Gerade in der heutigen Zeit kommt der Kirche eine immer größer werdende Bedeutung zu. Im Hier und Jetzt ist es wichtig Orientierung zu finden. Trotz leerer Kirchenbänke und Priestermangel sind viele Menschen auf der Suche, nach Halt und Sinnhaftigkeit. An dieser Stelle kommt die Gemeindereferentin ins Spiel. Worin ihr Aufgabengebiet liegt und welchen Stellenwert sie hat, konnten wir in einem Gespräch mit ihr erfahren.
Lebensweg
Sage und schreibe 40 Jahre ist sie schon im Dienst und konnte darum unlängst ihr Jubiläum feiern. Um es in wenigen Worten zunächst auf den Punkt zu bringen: „Ich begleite Menschen auf ihrem Lebens- und Glaubensweg“, so Helga Grewe; zunächst lag ihr Aufgabengebiet im Kindergarten „Die Arche“ Elspe. Ein Jahr lang war sie stets der Ansprechpartner, der vor allem auch zuhören konnte. Von dort wechselte sie als Erzieherin in den Kindergarten „St. Jodokus“ nach Saalhausen. Anschließend war sie 17 Jahre Leiterin im „Regenbogenland“ Oberelspe. Es folgte ein berufspraktisches Jahr im Pastoralverbund Attendorn.
Seit nunmehr neun Jahren ist sie nun schon als Gemeindereferentin eigentlich gar nicht mehrwegzudenken. Zunächst nur im Oene-Elspe-Tal; nun aber tätig im gesamten pastoralen Raum Lennestadt. Immer weniger Pfarrer – aber eigentlich auch immer mehr Arbeit für eine Gemeindereferentin – so kann man das auf einen Nenner bringen. Parallel zu ihrer Arbeit in den Kindergärten und im Dienst an den Menschen studierte sie acht Jahre lang parallel an der Fernuniversität Würzburg Theologie und Religionspädagogik. „Inklusive Abschluss“, so die sympathische Elsperin.
Familie und Religion
Helga stammt aus einer christlichen Familie. „Die Religion begleitet und fasziniert mich bereits mein Leben lang“. Sie ist das älteste Kind von Rudi und Trudi Plugge, zwei bekannten Gesichtern aus dem Elspetal. Die beiden trugen ihr Herz auf der Zunge und nicht zuletzt durch ihre Zahlreichen Karnevalsauftritte verstanden sie es immer wieder, die Menschen zum Lachen zu bringen und damit den Alltag zu verschönern. „Die Kirche hat bei uns zuhause immer eine Rolle gespielt“, erinnert sich Helga Grewe. Auch ihre Geschwister Silvia Schulte und Martin Plugge sind engagierte Christen in der Elsper Pfarrgemeinde.
Aufgaben
Zusammenfassend kann man die vielzähligen Aufgaben einer Gemeindereferentin wie folgt skizzieren: die pastorale Arbeit in den katholischen Kirchengemeinden, Vorbereitung auf die Sakramente, Seelsorgestunden in den Schulen, Wortgottesdienste, Bibelgespräche, Exerzitien im Alltag. Sie ist Ansprechpartnerin in religiösen Fragen im Kindergarten, und nicht zuletzt ist sie auch für die Kfd im Oene-Elspe-Tal zuständig. Krankenbesuche, Sterbebegleitung, die Liste könnten man noch um viele Tätigkeiten ergänzen. Sie kommt praktisch mit allen Generationen zusammen; gerade das macht ihre Arbeit so abwechslungsreich und spannend.
Neuestes Projekt ist die Erstellung eines Schutzkonzeptes gegen den Missbrauch. Eine bestimmt nicht einfache Aufgabe – ein Verhaltenskodex zum Thema „Wie gehen wir miteinander um“ ergänzt dieses Thema ebenfalls. „Unsere Gemeinden sollen sicher Orte für die uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen sein, an denen Übergriffe, Gewalt und Missbrauch keinen Platz haben.“
Verständnis von Kirche
Helga Grewe betont dass die Kirche immer als Weltkirche zu verstehen ist. Es gibt viele Aufbrüche. In anderen Ländern sind die Kirchen voll. Es bewegt sich etwas. Die Hoffnung für Europa ist für sie der Heilige Geist. Er wirkt und hilft auch heute. Gerade jetzt in dieser weihnachtlichen Zeit dürfen wir die unbegrenzte und bedingungslose Liebe Gottes wieder spüren.
Es ist vor allem diese hoffnungsfrohe Ausstrahlung, die man bei ihr feststellen kann. Auch der Sauerlandkurier wünscht ihr weiterhin ein segensreiches Wirken für die Menschen in Lennestadt. Verbunden mit den besten Wünschen für noch hoffentlich viele Jahre frohes Schaffen.(Foto/Text: Artur Seidenstücker6398ca768e40839f0232b96d482b8b045cf61fd7klein