Eine Lösung für die Verkehrsprobleme in der Elsper Kaiser-Otto-Straße muss her. Darin waren sich Anwohner und die SPD-Fraktion der Stadt Lennestadt bei einem Ortstermin einig. Anlass für das Treffen war der Bauantrag einer Elsper Familie, die in der Verlängerung der Straße einen Landwirtschaftlichen Pferdepensionsbetrieb bauen will (der Kurier berichtete).
Knackpunkt ist die Zufahrt über die Kaiser-Otto-Straße. Schon jetzt ist die Aufnahmefähigkeit der schmalen Straße an den Grenzen angelangt. Auch der Modellflugverein (MFV) Lennestadt, der den Luftraum über den vorgesehenen Weiden für seinen Hobbysport nutzt, befürchtet Konflikte durch das Bauvorhaben.
„Wir müssen erst einmal den Durchgangsverkehr aus diesem Nadelöhr herausbringen“, erklärte der SPD-Fraktionschef Heinz Vollmer aus Burbecke, der mit den Örtlichkeiten bestens vertraut ist. Das Treffen fand oberhalb des Elsper Friedhofs, direkt am „Hohlweg“, wie der besonders enge Teil der Kaiser-Otto-Straße genannt wird, statt. Dieser Teil der Straße entlang der Friedhofsmauer ist ein Nadelöhr, das Autofahrer zu Ausweichmanövern zwingt: „An der engsten Stelle muss schon bei einer Pkw-Begegnung einer zurückfahren“, so ein Anwohner.
„Bei großen Fahrzeugen, beispielweise einem Traktor mit Heuanhänger, geht unter dem Torbogen gar nichts“, ergänzte Vollmer. „Aus unserer Sicht ist der Bauantrag wegen dieser unzureichenden Zuwegung nicht genehmigungsfähig.“ Das Vorgehen richte sich ausdrücklich nicht gegen den geplanten Reiterhof: „Dies ist ein landwirtschaftlicher Betrieb und liegt im Außenbereich. Wir reden hier von einem privilegierten Vorhaben.“
Die Anwohner machen folgende Rechnung auf: Geplant seien auf dem Reiterhof zunächst 20 Pferdeboxen. „Durch den zu erwartenden Fahrzeugverkehr wird die Kaiser-Otto-Straße immer mehr zu einer Durchgangsstraße. Schon jetzt nutzen viele diese Straße, um ins Hochsauerland zu fahren. Bei Rush-hour ist hier echt ‘was los“, machten einige ihrem Ärger Luft.
Diese Beobachtung bestätigte Vollmer, der die Probe aufs Exempel gemacht hatte. „Das ist der helle Wahnsinn, das hätte ich nie gedacht.“ Als „Rennstrecke“ bezeichneten Anwohner diese nicht öffentliche Straße Richtung Obervalbert und HSK, diese „gewissenlose Raserei“ sei „eine Gefahr vor allem für unsere Kinder“.
Anwohnerin Petra Müller bringt einen weiteren Aspekt mit Blick auf den Reiterhof ins Spiel: „Bei nur 20 bislang geplanten Einstellplätzen und zwei Anfahrten pro Tag reden wir hier von 40 Autos zusätzlich pro Tag. Das ist aber nur das Minimum. In der Regel werden die Eltern ihre Kinder am Nachmittag auch zum Stall fahren, was die Summe nun bereits auf das Doppelte ansteigen lässt. Mal abgesehen von dem Baustellenverkehr, der dann anfallen würde, bei Tausenden Tonnen von Erdaushub, der mit großen Lastwagen abtransportiert werden muss und weiteren Baustellenfahrzeugen. Wer kommt für die Folgekosten der Straßenreparatur auf?“.
Die SPD will darauf drängen, dass die 30er-Zone in der Kaiser-Otto-Straße stärker kontrolliert wird. Eventuell müsse auch über Gewichtsbeschränkungen nachgedacht werden. Heinz Vollmer: „Wir brauchen eine Lösung für die Anwohner, und zwar dringend.“9cb860c8bf506ecab7204c252b6a11e687165ac3kl