Gewerbetreibende, Anlieger und auch die Stadtverwaltung hatten bis zuletzt versucht, Alternativen zu finden – doch letztlich sind alle Bemühungen gescheitert: Die Vollsperrung während der Sanierung der B55 bei Trockenbrück und Elspe war nicht zu verhindern. Und so wird der Streckenabschnitt vom 16. Juli bis zum 28. August nicht mehr befahrbar sein.
Neben den zu erwartenden verkehrlichen Umständen war im Vorfeld deutliche Kritik am Informationsfluss zur Baustelle aufgekommen. Auf Nachfrage des Sauerlandkurier sagt die Stadtverwaltung dazu: „Der Landesbetrieb Straßen NRW hat Mitte Dezember des letzten Jahres darüber informiert, dass die Arbeiten in Verbindung mit einer Vollsperrung durchgeführt werden sollen.“ Die Stadt Lennestadt habe im Anschluss über mehrere Wochen Gespräche mit dem Landesbetrieb mit dem Ziel geführt, von einer Vollsperrung abzusehen. Dazu wurden gemeinsam mehrere Alternativen zu einer Vollsperrung erarbeitet und deren Umsetzbarkeit bis April geprüft. „Letztendlich sind allerdings alle Alternativen an gesetzlich einzuhaltenden Vorgaben aus Effizienzgründen gescheitert. Nachdem feststand, dass es keine Alternative zu einer Vollsperrung gab, wurden die ersten Gespräche mit betroffenen Anwohnern und Gewerbebetrieben geführt“, heißt es gegenüber unserer Zeitung.
Für viele Gewerbetreibende deutlich zu spät. Philipp Aßhoff (Elspe Festival) kritisiert zum Beispiel: „Wir haben Ende Januar Gerüchte gehört und selbst bei der Stadt nachgefragt. Es wäre doch ein leichtes gewesen, die Gewerbetreibenden anzuschreiben. So etwas über Gerüchte zu erfahren, ist nicht so schön.“ Außerdem hätte man die verlorene Zeit nutzen können, um effektiver reagieren zu können. Das Festival wird nun alle Gäste anschreiben, damit sie bei der Anreise mehr Zeit einplanen.
Auch der Großteil der Anlieger freut sich nicht auf die kommenden Wochen. Die Stadtverwaltung habe entsprechende Beschwerden bekommen. Beigeordneter Karsten Schürheck: „Wir bedanken uns herzlich für die gute Zusammenarbeit mit den betroffenen Betrieben und der Bevölkerung.“
Allen Beteiligten liegt viel daran, die Baustellenzeit reibungslos und zügig zu meistern. Wie die Bezirksregierung in Arnsberg dem Sauerlandkurier auf Nachfrage bestätigte, wurde der bauausführenden Firma aus Eslohe daher auch Sonntagsarbeit genehmigt.
Rettungsfahrzeuge: Wege sind geregelt
Und wie sieht es mit dem Rettungswesen während der Bauzeit aus? „Da kann ich die Menschen in Trockenbrück und Elspe beruhigen“, so Kreisdirektor Theo Melcher im Gespräch mit unserer Zeitung. „Wir sitzen bei jeder Teil- oder Vollsperrung einer Straße vorher mit am Tisch. Bei einer Vollsperrung besteht die gesetzliche Pflicht, die Versorgungssicherheit herzustellen.“ Melcher: „Der Notfallplan steht. Trockenbrück wird bis zur Baustelle wie gehabt von der Rettungswache in Finnentrop angefahren, Elspe von der Rettungswache in Altenhundem über Halberbracht bedient.“ Zeitlich sei dies kein Nachteil gegenüber der üblichen Regelung. „Das ist weder von Entfernung noch Zeit eine Verschlechterung“, so Melcher weiter. „Es ist alles geplant, jetzt müssen wir sehen, wie es dann klappt.“
Auswirkungen hat die Baustelle dagegen auf den Busverkehr. Die Buslinien R68, L512 und R94 der DB Westfalenbus müssen eine Umleitungsstrecke fahren. Die Haltestellen „Trockenbrück“, Elspe, „Altenheim“, „Freilichtbühne“ und „Siedlung“ können in dieser Zeit nicht bedient werden. Fahrgäste nutzen als Ersatz die Haltestelle „Elspe-Markt“. „Durch den erheblichen Zeitaufwand, der wegen der weiträumigen Umfahrung entsteht, entfallen einzelne Fahrten auf der Linie L512. Fahrgäste nutzen als Ersatz die Buslinie R68“, so Dr. Sigrun Richter von der DB Regio Bus. Sonntags beginnen und enden die Fahrten dieser Buslinie in Altenhundem. Für Fahrgäste aus Grevenbrück wird zwischen Grevenbrück und Altenhundem auf der Linie R94 ein Shuttleverkehr eingerichtet. In Meggen besteht dann Anschluss an die R68. Besonderheit: Am 14. und 15. Juli kann die Baustelle – trotz Vollsperrung für den Linienverkehr befahren werden.DSC 8461kl