Die „Arge“ Elspe hatte „große Erwartungen“ in die Bürgerbefragung 2017 gesteckt. Das Ergebnis ist in vielerlei Hinsicht allerdings sehr ernüchternd. Der Arge-Vorstand stellte die Auswertung jetzt dem Sauerlandkurier vor.
In der Hoffnung auf neue Ideen und Projekte für den Ort sowie Anregungen und Kritik für die Arbeit der Arge wurden 1700 Fragebögen in Elspe, Trockenbrück, Theten/Hachen und Melbecke/Obermelbecke verteilt. Der Erfolg der Befragung vor zehn Jahren, aus denen viele tolle Aufgaben und Projekte (Gellestadt) entstanden waren, nährte diese Hoffnung.
„Diesmal ist der erhoffte Input für unsere Arbeit aber ausgeblieben. Sehr enttäuschend ist vor allem die Rücklaufquote von 115 Bögen – das sind weniger als sieben Prozent“, bewertet der Arge-Vorstand die Umfrage 2017. Übrigens ist kein einziger Bogen aus den Elsper Nachbardörfern abgegeben worden. Eine positive Quintessenz: „Die Bürger scheinen mit der Arbeit der Arge insgesamt zufrieden zu sein.“
Ein genauerer Blick auf die Auswertung zeigt, dass die Teilnehmer der Befragung zum Großteil älter als 50 Jahre alt sind und schon über 20 Jahre im Ort wohnen. Hier entsteht der Eindruck, dass diejenigen, die ohnehin im Ort verwurzelt sind, Interesse zeigen und sich beteiligen möchten. Das wird dadurch untermauert, dass 67 Prozent der Beteiligten angaben, ohnehin schon im Ort aktiv zu sein.
Die Befragten sehen die größten Stärken des Ortes in den Themen gute Versorgungs- und Einkaufssituation, schöne Lage und Natur, gute Wanderwege, wenig Gewalt, Sauberkeit und Vereinswesen. Die wesentlichen Schwächen liegen in den „Freizeitangeboten für alle Altersklassen“, im zunehmenden Straßenverkehr sowie im „mangelnden Zusammengehörigkeitsgefühl“.
Gerade mit Blick auf diesen letzten Punkt bedauert der Arge-Vorstand, dass vor allem aus den neuen Wohngebieten wenig Rücklauf gekommen ist. „Wir haben leider kein Meinungsbild von unseren Neubürgern in Elspe“, bedauert die Arge.
Dabei herrsche „grundsätzlich eine positive Dorfstimmung.“ Die Leerstände seien besser geworden, die Gellestadt und der Ortsmittelpunkt hätten sich zu beliebten Orten entwickelt, der Minigolfplatz werte das Dorf auf – führt die Arge einige gelungene Projekte auf, die auch von den Bürgern so wahrgenommen würden.
Verbesserungswürdig seien die Themen Bauplätze, Gastronomie und die Zusammenarbeit der Vereine (Beispiel Osterfeuer). „Bei den Themen Bauplätzen, Angebote für die Jugend oder auch Gastronomie können wir als Arge leider wenig tun. Als Dachorganisation der Vereine im Ort arbeiten wir natürlich ständig als Vermittler an der Zusammenarbeit untereinander“, so der Vorstand.
Das gelte auch für weite Teile der Frage „Welche Erwartungen haben Sie an den Ort für die nächsten zehn Jahre?“ Hier gaben die Befragten den Erhalt von Schule, Turnhalle und Schwimmbecken an sowie Bebauungsgebiete und eine gute Verkehrs- und Versorgungsinfrastruktur.
Unter dem Strich will die Arge nun die erfolgreichen Projekte wie Gellestadt oder Wasserfall pflegen und weiterführen. Aus der jüngsten Befragung könne man das Thema „Sauberkeit an den Ortsenden“ aufgreifen und verbessern. Trotz oder gerade wegen der ernüchternden Befragung wünscht sich die Arge „mehr Beteiligung aus dem Ort in der Arge sowie Anregungen und Wünsche aus dem Ort, für den Ort.“DSC 7508kl