Elspe.
„Pöggelers Volley-Bombe“ lautete die Schlagzeile über dem Sportartikel der Zeitung und wurde durchaus kritisch aufgenommen: „Der Weltkrieg ist doch erst 13 Jahre her, da kann man doch nicht von Bombe schreiben!“
13 Jahre? Ja, genau, wir schreiben die Saison 1957/58 und der SSV Elspe ist gerade von der ersten Kreisklasse in die Bezirksliga aufgestiegen.
Zu verdanken hatte man diese sportliche Meisterleistung auch dem Stürmer Rudi (Rudolf) Pöggeler, der mit seinem unnachahmlichen Können noch Geschichte schreiben sollte. Ende der 50er-Jahre – das war eine Zeit, wo ein Amateur noch ein lupenreiner Amateur war.
„Wir spielten damals für ein Würstchen“, erinnert sich Josef Heinrichs, der neben Werner Krüger, Alfred Köhler, Karl-Heinz Schulte und Rudi Pöggeler von der Meistermannschaft (Foto) noch lebt.
Dabei hatte der SSV durchaus sein Alleinstellungsmerkmal: „Wir waren dank unserem Vorsitzenden und Mäzen Walter Neu wohl der erste Verein im Kreis Olpe mit einer Flutlichtanlage.“
Der Traum von einem zeitnahen weiteren sportlichen Erfolg war spätestens dann ausgeträumt, als es Rudi Pöggeler aufgrund seiner Begabung in den Profifußball zog. 1961 trat zum Ablösespiel des Sturmführers Rudolf Pöggeler der SC Westfalia Herne in Elspe an, der Oberligist gewann 7:3. Nach Westfalia Herne landete Pöggeler 1963 schlußendlich bei Borussia Mönchengladbach, wo der Elsper mit heutigen Legenden wie Netzer, Wimmer, Vogts oder Heynckes spielte.
Erste Anlage
mit Flutlicht
132 Spiele absolvierte er bis 1969, also bis ein Jahr vor dem Gewinn der ersten Deutschen Meisterschaft. Trainer war Hennes Weisweiler. „Der war eigen, aber sehr beliebt, weil so erfolgreich“, so Pöggeler gegenüber dem Sauerlandkurier. Mit dem Architekten der Fohlen-Ära ging es für den Ex-Elsper auch nach Südamerika und Japan.
Vor wenigen Wochen dann ein freudiges Wiedersehen in einer VIP-Lounge im Borussia-Park, als Heinrichs auf Einladung seines Sohnes Michael in Gladbach weilte und auf Rudi Pöggeler traf.
Josef Heinrichs nebst Gattin und stilecht mit Bayern-Schals in der Borussia-Lounge weckten selbst das Interesse von Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenige, der gerne das Gespräch mit den „knorrigen Sauerländern“ suchte.
Josef Heinrichs, der von seiner Wohnung direkt auf den heutigen Kunstrasenplatz blicken kann: „Das waren noch Zeiten!“
Und das verbindet ihn auch wieder mit seinem ehemaligen Sportkameraden. Der blickt von seiner Wohnung in der Gladbacher Bökelstraße 140 auch direkt auf eine Sportstätte: doch statt des Elsper Wiesengrunds ist es nun der (ehemalige) Bökelberg.Scankl